Solidarität: Einer für alle und alle für einen

“Gentlemen, Adam Smith needs revision.”
Fictional John Nash in A Beautiful Mind (2001)

Selbst wenn wir alles verstehen und alle mitmischen in Europa: wenn in dieser Union jede an sich selbst denkt, ist nicht genug an jeden gedacht. Der Kostenvorteil günstiger Arbeitnehmerinnen in Rumänien kommt uns teuer zu stehen, wenn er Kinder von ihren Eltern trennt.

„Es geht darum den Unterschied zwischen armen und reichen Ländern etwas anzugleichen. Dass reiche Länder anderen helfen können. Und dann können wir für alle Menschen die Situation verbessern. Es geht nicht nur um das eigene Land, sondern um alle anderen.“
(Emilia, 18, Schweden)

“The problem in Sweden is, which I tell them [the students], we are very honest and we are paying more than we are getting back. We are not like the Greece or the Portugese, that are extremely professional in getting money, illegal or not.”
(Sven, 55, Lehrer in Schweden)

Wieviel Ungleichheit kann unsere neue Gemeinschaft heute vertragen, damit wir morgen geschlossener, reicher und stärker sind? Ist das Europa des freien Wettbewerbes das Europa aller? Unsere Schülerinnen und Lehrerinnen haben unterschiedliche Antworten, weil es keine einfache Lösungen gibt. Eurolektionen ist kein sozialdemokratischer Gesinnungstest. Wir haben aber gelernt und gelehrt, dass unsere Jungbürgerinnen Solidarität verstehen müssen, bevor sie ihre Wahlen treffen. Wenn unsere Schülerinnen das Erbe unserer Ungleichheit antreten, müssen sie entscheiden, wieviel wir davon einer unsichtbaren Hand (Smith 1776) anvertrauen. Wenn unsere Schülerinnen diesen Markt betreiben, müssen sie wissen, dass die individuelle Nutzenmaximierung nicht immer den Wohlstand aller mehrt, dass Adam Smith der Überarbeitung bedarf (Nash 1951). Denn entrinnen wir dem Dilemma des Kooperationsspiels nur, wenn wir im Team spielen, und ganz (un)vernünftig sagen können: Einer für alle und alle für einen.

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