Solidarität: Einer für alle und alle für einen

“Gentlemen, Adam Smith needs revision.”
Fictional John Nash in A Beautiful Mind (2001)

Selbst wenn wir alles verstehen und alle mitmischen in Europa: wenn in dieser Union jede an sich selbst denkt, ist nicht genug an jeden gedacht. Der Kostenvorteil günstiger Arbeitnehmerinnen in Rumänien kommt uns teuer zu stehen, wenn er Kinder von ihren Eltern trennt.

Continue reading

1 Comment

Filed under Uncategorized

Identitäten: Wer bin ich – und wenn ja wie viele?

Diskutiert man über Europa, kommt man an dem viel beschworenen, bedeutungsschweren Wort „Identität“ nicht vorbei: Wer sind wir eigentlich? Was ist eine „europäische Identität“?

“Ich weiß nicht, ob ich Deutsche oder Italienerin bin.”
(Maria, 18, Deutschland)

„Wir müssen dazu kommen, uns nicht als Berliner, Deutsche zu verstehen, sondern als Europäerinnen und Europäer.“
(Birgit, 46, Politiklehrerin, Deutschland)

Ein schwedischer Geschichtslehrer hingegen betont, dass es keine solche europäische Identität gibt, dass es sie niemals geben wird. Vielmehr sollte es um ein tiefergreifenderes Verständnis des Anderen gehen.

„A European identity is not possible. It should not be the aim to get to an European identity, but to an understanding.”
(Per, 52, Wirtschaftslehrer, Schweden)

Continue reading

1 Comment

Filed under Uncategorized

(Un)Informierte Teilhabe: Die EU frisst ihre Kinder

Eurolektionen kann keine Länder vergleichen. Momentaufnahmen und qualitative Interviews taugen nicht zum Schultest. Aber wir destillieren aus dem, was wir gehört haben idealtypische Alternativen Schule zu machen, unabhängig von den Ländern, aus denen die Beobachtungen stammen. Wir können dann fragen: was wäre, wenn diese Schultypen unsere Jungbürgerinnen prägen, wie ginge es dann weiter mit Europa?

Continue reading

1 Comment

Filed under Uncategorized

Methodische Manöverkritik: Nur dem Fortschritt und der menschlichen Kultur?!

Fokusgruppen, Lehrerinterviews, Unterrichtsbeobachtungen – unser Methodenkoffer schien gut ausgestattet für unser Erkenntnisinteresse. Die Empirie, schließlich, belehrte uns eines Besseren.

Vorhang frei, die Eurolektionen-Prüfungskommission ist da!

Continue reading

2 Comments

Filed under Uncategorized

Adorno: “Das Ganze ist das Unwahre”?!

Was war eigentlich unser eigener herrschaftlicher Diskurs? Warum stellten wir diesen nicht in Frage?
Wir haben systematisiert, kodiert. Beweise gesammelt, Aussagen bewertet. Immer auf der Suche nach der Wahrheit. Wir haben Schüleraussagen auf die Übereinstimmung mit unserem Verständnis der Welt, mit unserem Glauben an Solidarität, Kooperation und die Veränderbarkeit von Politik, mit unserem Bild von Europa, verglichen.

„ …Ich suche Wahrheit.
Ich suche Klarheit.
Mein Verstand ist unbestechlich.
Ich studier’ das Positive.
Ich bin niemals oberflächlich.
Ich seh’ immer in die Tiefe.
Denn ich sammle die Beweise und bewerte die Motive.
Ja, ich dien’ in jeder Weise nur dem Fortschritt und der menschlichen Kultur.“

(Jim Steinman & Michael Kunze, Der Tanz der Vampire: Wahrheit)

Continue reading

1 Comment

Filed under Uncategorized

Unsere Vision: So träumt Eurolektionen

So ergibt sich eine gemeinsame Vision. Schulen sollten zwei Aufgaben erfüllen: Sie sollen in den Maschinenbau der Gesellschaft einführen und gleichzeitig Fürsprecherinnen der Kunst, Kultur und Subjektivität sein.


Was das heißt? Folgende acht Punkte fordern wir von einer Schule in Europa:

Continue reading

1 Comment

Filed under Uncategorized

Epilog

Unsere Seiten sind fast erschöpft, und Eurolektionen ist vorbei. Was ist gewesen, außer Papier, Reden und Spesen? Wir hatten Ziele für Eurolektionen: wir wollten wissenschaftlich Erkenntnis gewinnen, wir wollten Menschen eine Stimme geben, wir wollten etwas verändern. Natürlich waren wir uns darüber nicht einig, von Anfang an und bis jetzt.

Continue reading

1 Comment

Filed under Uncategorized

“Auf Wiedersehen, EU”

Nach zwei erkenntnisreichen Tagen, an denen wir mit Schülern und Lehrern des Hvitfeldtska Gymnasiet gesprochen haben, setzten wir heute zum dritten Mal das Eurolektionen Planspiel ein. 15 schwedische Schüler zwischen 18 und 19 Jahren schlüpften in die Rollen von Regierung, Opposition, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Presse. In unserer kleinen Eurolektionenwelt wurden die Standorte der Busproduktion äußerst flexibel von Schweden und Deutschland nach Rumänien verschoben. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich Unzufriedenheit in beiden Ländern ein: Gewerkschaften streikten, die Presse hetzte die Bevölkerung gegen die Regierung auf, die Kapitalisten ließen nicht mit sich reden und letztendlich blieb Angela Merkel und Fredrik Reinfeldt nur eine Lösung: Austritt aus der EU. Gesagt, getan. Für Rumänien begann eine harte Zeit und Schweden und Deutschland näherten sich dem Sozialismus, zum Bedauern der Kapitalisten. An diesem Punkt endete die Simulation und die Schüler kehrten in ihre Rollen als Anders, Torgny, Lena und Niklas zurück. In der Reflexion erläuterten wir dann die grundlegende Herausforderung unseres Planspiels: die Schwierigkeit ein Kooperationsproblem (wie es in der EU häufig auftritt) gemeinsam zu lösen, wenn alle Akteure in den Staaten individuell rational handeln.

Continue reading

Leave a Comment

Filed under Uncategorized

Was ist Europa?

…  Zumindest Grund genug für ein paar Gespräche …

Eurolektionen hört Schülern und Lehrern zu, diskutiert mit ihnen und schaut sich an, wie Unterricht für 18-jährige in Göteborg ist.

In den Schülerdiskussionen ging es zeitweise sehr hitzig zu: debattiert wurde über die Zukunft der europäischen Gemeinschaft und den Sinn und Zweck der EU. Hilft uns Zusammenarbeit? Und was bringen uns eigentlich Investitionen in die EU-Erweiterung? Die Meinungen der schwedischen Schüler sind hier teilweise sehr auseinander gegangen. In einer anderen Foksugruppe wurde die Geschichte Europas zum Hauptgesprächsgegenstand – Geschichte sei das Wechselspiel von Krieg und Frieden war hier eine dominante Meinung.

Im sozialwissenschaftlichen Unterricht der 12. Klasse durften wir miterleben, wie sich Unterricht in einem hochgelobten Bildungssystem anfühlt. Thema der Stunde war der schwedische Riksdag – das schwedische Parlament. Vor dem Unterricht nahm sich jeder Schüler einen Laptop aus dem Regal und hat sich ein freies Plätzchen im Raum gesucht. Der Großteil der Stunde bestand aus Gruppenarbeiten, in denen sich die Schüler selbst Themen erarbeiten.

Leave a Comment

Filed under Uncategorized

First day at Hvitfeldtska Gymnasiet

This is us on our first day of school.

Leave a Comment

Filed under Uncategorized