Erinnerung und Geschichte: Erzählen…und verstehen!

Probleme von heute, wirtschaftliche und soziale, gründen meist auf geschichtlichen Ereignissen. Probleme von heute können anders angehen werden, wenn man die Probleme von gestern kennt. Was erzählen uns die Schülerinnen Europas über die Vergangenheit?

Seit wann gibt es eigentlich die EU?
“Ungefähr nach dem Ersten Weltkrieg. Oder nach dem Zweiten.”
(Kitti, 17, Rumänien)

Und was ist Geschichte?
In Geschichte geht es nur um Kriege und Macht.
(Tore, 16, Schweden)

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Das beste Argument gegen Demokratie: Ein Fünf-Minuten-Gespräch mit einer Schülerin?

Unsere Schülerinnen leben also in einer Welt, die Leben und Orte stets enger verknüpft, eine Welt, die nicht einfacher wird und sich ständig wandelt.

„Die Politik gleicht der Sphinx der Fabel: Sie verschlingt alle, die ihre Rätsel nicht lösen.“
(Antoine de Rivarol 1753 – 1801)

Es ist eine Welt, deren Wirtschaften Wohlstand schöpft, aber Ungleichheit säht. Eine Welt, deren mächtige Abstraktionen auch die Lebenschancen derer prägen, die nicht gefragt wurden und nicht verstanden haben. Wir haben gefragt und gelernt: unsere Schülerinnen verstehen, sie missverstehen und sie verstehen gar nicht.

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Engagement: “Stell’ Dir vor es geht, und keiner kriegt’s hin”

“Stell’ dir vor es geht, und keiner kriegt’s hin”
Lea Hartwich (2009 )

Verstehen alleine reicht nicht. Die Schulen unserer Union sollen lehren und wirklich glauben machen, dass in Europa etwas verändert werden kann.

„Prinzipielle Einstellung in deinem Leben sollte sein, dass du was verändern kannst.“
(Tobias, 19, Deutschland)

„Wer sich engagiert, kann auch was erreichen.“
(Sophie, 18, Deutschland)

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Solidarität: Einer für alle und alle für einen

“Gentlemen, Adam Smith needs revision.”
Fictional John Nash in A Beautiful Mind (2001)

Selbst wenn wir alles verstehen und alle mitmischen in Europa: wenn in dieser Union jede an sich selbst denkt, ist nicht genug an jeden gedacht. Der Kostenvorteil günstiger Arbeitnehmerinnen in Rumänien kommt uns teuer zu stehen, wenn er Kinder von ihren Eltern trennt.

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Identitäten: Wer bin ich – und wenn ja wie viele?

Diskutiert man über Europa, kommt man an dem viel beschworenen, bedeutungsschweren Wort „Identität“ nicht vorbei: Wer sind wir eigentlich? Was ist eine „europäische Identität“?

“Ich weiß nicht, ob ich Deutsche oder Italienerin bin.”
(Maria, 18, Deutschland)

„Wir müssen dazu kommen, uns nicht als Berliner, Deutsche zu verstehen, sondern als Europäerinnen und Europäer.“
(Birgit, 46, Politiklehrerin, Deutschland)

Ein schwedischer Geschichtslehrer hingegen betont, dass es keine solche europäische Identität gibt, dass es sie niemals geben wird. Vielmehr sollte es um ein tiefergreifenderes Verständnis des Anderen gehen.

„A European identity is not possible. It should not be the aim to get to an European identity, but to an understanding.”
(Per, 52, Wirtschaftslehrer, Schweden)

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(Un)Informierte Teilhabe: Die EU frisst ihre Kinder

Eurolektionen kann keine Länder vergleichen. Momentaufnahmen und qualitative Interviews taugen nicht zum Schultest. Aber wir destillieren aus dem, was wir gehört haben idealtypische Alternativen Schule zu machen, unabhängig von den Ländern, aus denen die Beobachtungen stammen. Wir können dann fragen: was wäre, wenn diese Schultypen unsere Jungbürgerinnen prägen, wie ginge es dann weiter mit Europa?

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Methodische Manöverkritik: Nur dem Fortschritt und der menschlichen Kultur?!

Fokusgruppen, Lehrerinterviews, Unterrichtsbeobachtungen – unser Methodenkoffer schien gut ausgestattet für unser Erkenntnisinteresse. Die Empirie, schließlich, belehrte uns eines Besseren.

Vorhang frei, die Eurolektionen-Prüfungskommission ist da!

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