Adorno: “Das Ganze ist das Unwahre”?!

Was war eigentlich unser eigener herrschaftlicher Diskurs? Warum stellten wir diesen nicht in Frage?
Wir haben systematisiert, kodiert. Beweise gesammelt, Aussagen bewertet. Immer auf der Suche nach der Wahrheit. Wir haben Schüleraussagen auf die Übereinstimmung mit unserem Verständnis der Welt, mit unserem Glauben an Solidarität, Kooperation und die Veränderbarkeit von Politik, mit unserem Bild von Europa, verglichen.

„ …Ich suche Wahrheit.
Ich suche Klarheit.
Mein Verstand ist unbestechlich.
Ich studier’ das Positive.
Ich bin niemals oberflächlich.
Ich seh’ immer in die Tiefe.
Denn ich sammle die Beweise und bewerte die Motive.
Ja, ich dien’ in jeder Weise nur dem Fortschritt und der menschlichen Kultur.“

(Jim Steinman & Michael Kunze, Der Tanz der Vampire: Wahrheit)

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Unsere Vision: So träumt Eurolektionen

So ergibt sich eine gemeinsame Vision. Schulen sollten zwei Aufgaben erfüllen: Sie sollen in den Maschinenbau der Gesellschaft einführen und gleichzeitig Fürsprecherinnen der Kunst, Kultur und Subjektivität sein.


Was das heißt? Folgende acht Punkte fordern wir von einer Schule in Europa:

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Epilog

Unsere Seiten sind fast erschöpft, und Eurolektionen ist vorbei. Was ist gewesen, außer Papier, Reden und Spesen? Wir hatten Ziele für Eurolektionen: wir wollten wissenschaftlich Erkenntnis gewinnen, wir wollten Menschen eine Stimme geben, wir wollten etwas verändern. Natürlich waren wir uns darüber nicht einig, von Anfang an und bis jetzt.

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“Auf Wiedersehen, EU”

Nach zwei erkenntnisreichen Tagen, an denen wir mit Schülern und Lehrern des Hvitfeldtska Gymnasiet gesprochen haben, setzten wir heute zum dritten Mal das Eurolektionen Planspiel ein. 15 schwedische Schüler zwischen 18 und 19 Jahren schlüpften in die Rollen von Regierung, Opposition, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Presse. In unserer kleinen Eurolektionenwelt wurden die Standorte der Busproduktion äußerst flexibel von Schweden und Deutschland nach Rumänien verschoben. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich Unzufriedenheit in beiden Ländern ein: Gewerkschaften streikten, die Presse hetzte die Bevölkerung gegen die Regierung auf, die Kapitalisten ließen nicht mit sich reden und letztendlich blieb Angela Merkel und Fredrik Reinfeldt nur eine Lösung: Austritt aus der EU. Gesagt, getan. Für Rumänien begann eine harte Zeit und Schweden und Deutschland näherten sich dem Sozialismus, zum Bedauern der Kapitalisten. An diesem Punkt endete die Simulation und die Schüler kehrten in ihre Rollen als Anders, Torgny, Lena und Niklas zurück. In der Reflexion erläuterten wir dann die grundlegende Herausforderung unseres Planspiels: die Schwierigkeit ein Kooperationsproblem (wie es in der EU häufig auftritt) gemeinsam zu lösen, wenn alle Akteure in den Staaten individuell rational handeln.

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Was ist Europa?

…  Zumindest Grund genug für ein paar Gespräche …

Eurolektionen hört Schülern und Lehrern zu, diskutiert mit ihnen und schaut sich an, wie Unterricht für 18-jährige in Göteborg ist.

In den Schülerdiskussionen ging es zeitweise sehr hitzig zu: debattiert wurde über die Zukunft der europäischen Gemeinschaft und den Sinn und Zweck der EU. Hilft uns Zusammenarbeit? Und was bringen uns eigentlich Investitionen in die EU-Erweiterung? Die Meinungen der schwedischen Schüler sind hier teilweise sehr auseinander gegangen. In einer anderen Foksugruppe wurde die Geschichte Europas zum Hauptgesprächsgegenstand – Geschichte sei das Wechselspiel von Krieg und Frieden war hier eine dominante Meinung.

Im sozialwissenschaftlichen Unterricht der 12. Klasse durften wir miterleben, wie sich Unterricht in einem hochgelobten Bildungssystem anfühlt. Thema der Stunde war der schwedische Riksdag – das schwedische Parlament. Vor dem Unterricht nahm sich jeder Schüler einen Laptop aus dem Regal und hat sich ein freies Plätzchen im Raum gesucht. Der Großteil der Stunde bestand aus Gruppenarbeiten, in denen sich die Schüler selbst Themen erarbeiten.

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First day at Hvitfeldtska Gymnasiet

This is us on our first day of school.

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Going home / Heimreise

Today, after four days packed with experiences and impressions, we are leaving Brasov and Romania again: our fieldwork is done. Sitting on hours of recorded interviews, pages of scribbled notes, gigabytes of pictures, we already find us discussing interpretations of the gathered data.

Notwithstanding the systematic analysis, which we have not even started yet, a couple of things seem clear already.

We learned about the inherent bias or specificity of our methodology and questions. It turned out that some of our questions were not as universally meaningful as we had tacitly assumed. In social-science-speak, we became aware that much of what we had held to be etic, might in fact be very emic representations and concerns.

Specifically, we came to the realization that really, context, in good qualitative spirit, matters an awful lot for our questions and the answers we heard. In our interviews, focus groups and class observation, we encountered more than one of the proverbial “elephants in the room“.

After a lot of “spontaneous operationalizations”, and much more controversial debate within the Eurolektionen Team to come, only one thing seems clear so far:

to travel, indeed, “is to learn that everyone is wrong about other countries” .
(Aldous Huxley 1894 – 1963)

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Eurolektionen Team Member Martha Ekkert boarding airport shuttle bus at Brasov

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